Wilkommen in meinem Studio - nach fast 10 Jahren im Dachzimmer unseres Hauses bin ich nun ins 1. OG gezogen - ins ehemalige Kinderzimmer unserer Tochter.
Die Hoffnung ist, dass dieser Raum im Sommer nicht ganz so heiss wird wie das Dachzimmer :-)
Hier arbeite ich am liebsten am Carlisle MiniCC. Es besteht die Möglichkeit, einen 2. Arbeitslatz zu installieren, für Privatkurse, oder wenn eine Perlenfreundin zu Besuch ist.
Auf dem Rollwagen steht der grössere Temperofen; ein Arrowsprings AF130, der mir seit Jahren gute Dienste leistet. Auf meinen Paragon SC2 kann ich immer noch zählen, seit rund 15 Jahren mein treues Arbeitspferd. Ihn verwende ich ich für kleine Sachen wie Ohrstecker oder Glas-Anhänger - die lasse ich durch das Kaminloch direkt in die Ofenkammer fallen - perfekt :-D
Die Abzugsanlage für die Brenngase war in diesem Raum nicht ganz einfach zu installieren, und sie läuft auch noch nicht optimal - aber für den Moment geht es.
Rechts hinten an der Wand ist mein Glaslager, zu 90% AK 104, was in etwa Muranoglas entspricht - allerdings verwende ich Glas von diversen Herstellern.
(Effetre, Vetrofond, Lauscha, Reichenbach, Ornela, CiM, Kugler, Doublehelix, und Northstar Precision 104) Ausserdem habe ich eine kleine Menge 94er Reichenbach, und etwas Borosilikatglas, welches ich aber ausschliesslich für Weihnachtsdekorationen wie Eiszapfen und Engelsflügelchen verwende. Die angebrauchten Stangen stehen in Glasvasen auf dem Regalbrett zwischen den Lüftungsrohren - es ist ein ständiger Kampf, angefangene Stangen auch aufzubrauchen....
Der Eckschreibtisch ist mein Fädel- und Klebeplatz, naja, wenn er denn mal ordentlich aufgeräumt ist. Aber da ich ohnehin nicht mehr so viel fädle...
Ich arbeite seit dem Beginn meiner Perlenmacher-Zeit mit Sauerstoff-Konzentratoren. Diese Geräte sind eigentlich zur Unterstützung von Lungenpatienten gedacht; sie filtern in einem speziellen Verfahren die Sauerstoff-Moleküle aus der Raumluft ab, und speisen sie in konzentrierter Form in eine Schlauchleitung. Meine Brenner brauchen je nach Modell 5 bis 10 Liter Sauerstoff pro Minute; daher besitze ich momentan einen 10lt-Konzi und zwei 5lt-Geräte, die man auch koppeln kann.
Meine Arbeitspferde kaufe ich mittlerweile neu, und sie begleiten mich immer einige Jahre, bevor sie ersetzt werden.
Der auf dem Bild war ein 8lt-Modell; soweit ich weiss läuft er immer noch. Konzis sind eine Wissenschaft für sich - aber mit sachgerechter Handhabung können sie auch mal 15'000 bis 20'000 Stunden laufen. Das wären 2 bis 3 Jahre 24Stunden an sieben Tagen der Woche - sooo viel brauche ich dann auch nicht. Sie vertragen Pausen, obwohl sie eigentlich für den Dauerbetrieb konzipiert sind.
Im heissen Feuer eines Glasbläser-Brenners wird die Spitze eines Glasstabs geschmolzen, und der Tropfen dann auf einen Edelstahlstab aufgewickelt. Der Stahlstab ist mit einer Art Tonschlicker beschichtet, damit das Glas nicht dauerhaft klebt.
Mit Glasfäden, kleinen Glaselementen oder auch einer dicken Schicht Klarglas wird die Perle verziert, nach der Fertigstellung kommt sie zum Abkühlen in Isoliergranulat oder auch in einen Temperofen.
Das Ziel ist es, das Glas spannungsfrei abzukühlen; so wird die Perle dauerhaft und bereitet dem Besitzer lange Freude.
Soweit die Kurzversion :-) Natürlich gäbe es dazu noch viiiel mehr zu sagen, aber - vielleicht besuchen Sie mich einmal auf einem Markt oder an einer Ausstellung?
Ein Herzensprojekt von mir - Kinder mit einer Krebserkrankung erhalten während der Behandlung handgemachte Glasperlen - als kleine Mutmacher, Aufmunterer und um ihren langen und schwierigen Behandlungsweg zu dokumentieren.
Seit 2020 bin ich im Vorstand als Aktuarin tätig.
Dieser Verein hat das Ziel, das Glasperlen-Kunsthandwerk zu fördern und bekannter zu machen - seit 2006 bin ich Mitglied im Verein, und war von 2008 bis 2018 auch im Vorstand tätig.
Ich bin momentan kein Mitglied - wenn wieder regelmässige Gatherings stattfinden kann sich das ändern.
